1,8 Milliarden Dollar lässt sich Adobe die Übernahme von Omniture kosten

Man kann nicht mal in Ruhe in eine 4-wöchige Elternzeit aufbrechen. Kaum verabschiedet man sich also wenige Tage aus dem operativen Tagesgeschäft und telefoniert seltener mit Kollegen und Mitarbeitern passieren branchenbewegende Erdbeben.

Nun ist also Omniture verkauft, für einen Kaufpreis, der 45 Prozent über dem letzten Durchschnittswert der Omniture-Aktie liegt (Referenz: Durchschnitt der letzten 30 Tage). Omnitures Web-Analyse-Dienste sollen in Adobes Produkte integriert werden. Und beide Firmen werden den Deal im vierten Quartal abschließen.

Adomniture Adobe und Omniture unter einem Dach

Josh James verliert seinen begehrten Titel, erhält im Gegenzug aber mehrere Millionen aufs private Konto und wird Senior Vice President bei Adobe für den neuen Geschäftsbereich „Analytics“ oder wie immer er dann heißen mag. Bereits innerhalb des nächsten Fiskaljahres ist geplant, dass Omniture zum Gewinn von Adobe beitragen soll. Und warum auch nicht? Schließlich ist Omniture wird durch die Übernahme und die sicherlich erfolgenden Einsparungen profitabler. Das wäre auch langsam Zeit, denn in den letzten Jahren war kein positives EBITDA zu sehen...

Adobe will seinen Kunden also nun einen Dienst bieten, mit denen sie den Erfolg ihrer Online-Angebote messen können. Adobe hat nun die Gelegenheit, einige sehr unterschiedliche und schlecht integrierte Arbeitsabläufe in seine Produkte einzubauen, um die Entwicklung von Inhalten und Anwendungen zu verbessern.

Es ist bereits viel geschrieben worden, Blogs hoch und runter und Artikel noch und nöcher. Es wurde jedoch noch nicht das finanzielle Geschehen beterachtet. Der Faktor 6 kam beim Kauf zum Tragen (Jahresumsatz von 300 Mio. Dollar X 6 = 1,8 Mrd. Dollar). Dies ist ein sehr hoher Faktor in den aktuellen Zeiten. Natürlich muss beachtet werden, dass Omniture an der Börse gelistet ist und der strategische Wert aktuell höher scheint als der operative Sinn, jedoch ist hier aus Sicht von J. James ein finanziell grandioser Deal geglückt. Chapeau. Wie und ob Adobe diesen Preis rechtfertigt wird sicher in den nächsten Tagen oder Wochen mit einer Bekanntmachung veröffentlicht.

Die 1.200 Mitarbeiter von Omniture werden sich jedoch bereits zu Beginn des nächsten Jahres deutlich reduziert haben, wie das bei Übernahmen üblich und im Vorfeld geplant wird. Ich denke, die bereits in anderen Blogs angesprochene nicht zufriedenstellende Service- und Supportleistung von Omniture in Deutschland wird sich nicht verbessern und Grund zur Sorge für aktuelle Kunden bieten. Hier bietet sich die Chance für unabhängig oder für Omniture direkt arbeitende Consulting-Unternehmen, um diese Lücke schnell und kompetent zu füllen und den Service aufrecht zu erhalten.

Eric T. Peterson hat ebenfalls einen sehr lesenswerten Artikel zur Übernahme geschrieben: Adobe kauft Omniture

Ach ja, und hier die Reaktion der Märkte (bei Adobe leicht verfälscht, da zeitgleich zur Übernahme auch negative Zahlen präsentiert wurden):

Omniture und Adobe - so sieht es die Börse